Für Chorleiter*innen
Hintergrund und Theologie
Zunächst habe ich nach Texten gesucht, die ich Rainer Falk zur Vertonung vorschlagen könnte. Dann habe ich selbst zu schreiben begonnen.
Vom klassischen Ordinarium mit Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei bin ich bewusst abgewichen, weil das Glaubensbekenntnis und das Lamm Gottes in Familiengottesdiensten sinnvollerweise gemeinsam gebetet werden. Dafür wollte ich Lieder schreiben, die andere Situationen des Gottesdienstes aufgreifen.
Viele Menschen besuchen den Gottesdienst, weil sie zur Ruhe kommen möchten, eine Stunde nichts tun müssen und sich darauf freuen, die anderen Mitglieder der Sonntagsgemeinschaft wieder zu treffen. Dieser Text spricht diese Situation an und animiert dazu, den Sonntag als alltags- und arbeitsfreien Tag wahrzunehmen.
Religion heißt Unterbrechung. Einerseits sind wir als einzelne hier, ganz persönlich, ganz privat. Gleichzeitig sind wir eine Gemeinschaft vor Gott. Wir kommen zum gemeinsamen Gebet zusammen und Gott ist der, der zu uns Ja sagt, so wie wir sind.
Ein gesungenes Schuldbekenntnis in heutiger Sprache. Es ist heilsam, sich selbst immer wieder kritische Fragen zu stellen. Wir brauchen Umkehr und Neubeginn nicht allein zu schaffen – Gott hilft uns dabei. Wir bekennen voreinander, dass wir nicht perfekt sind.
Beim Gloria wurde der liturgische Text weitgehend übernommen. Gott ist nicht nur in der Höhe – er ist auch hier, hier bei uns.
Dieses Lied lädt uns zum Nachsinnen über das Wort Gottes ein, um in den alten Texten Gottes Botschaft für uns zu erahnen.
Es gibt nur wenige Lieder, die uns auf die Gabenbereitung einstimmen und die Symbole von Brot und Wein deuten. Wir sprechen vom täglichen Brot, vom „Brot des Alltags".
Gott ist größer als alles, was wir uns vorstellen können. Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, dann können keine anderen Dinge, keine Macht, kein Geld diesen Platz einnehmen.
Ich nehme nicht an, dass Maria von Magdala Jesus voll verstanden hat. Aber sie hat weitergesagt, was sie begriffen hat. Wenn wir wollen, dass auch andere zu jenem Glauben finden, der uns wichtig ist, werden wir ihrem Beispiel folgen – und nicht damit warten, bis die Kirche so reformiert ist, wie wir uns das vielleicht wünschen.
Dieses Lied war eigentlich als Schlusslied gedacht. Da es eher als Festtagslied gesungen wird, haben wir die Magdalenamesse um ein einfaches Segenslied ergänzt.
Das Segenslied zum Abschluss. Ein einfacher, ruhiger Ausklang der Feier.
Mag. Georg König · Diakon
Praktische Erfahrungen
Der Chorsatz ist bewusst einfach gehalten, damit auch wenig geübte Sänger:innen Freude daran haben. Wir haben uns für eine Männerstimme entschieden, weil Tenöre oft nicht verfügbar sind.
Die Lieder sind so komponiert, dass sie bereits mit einem Begleitinstrument gut klingen. Zu allen Liedern gibt es daher eine Gitarrenbegleitung (bei den Chornoten) und eine Klavierbegleitstimme in einem extra Heft.
Zusätzliche Instrumentalstimmen sind eine Bereicherung für Festtage. Die Stimmen sind relativ einfach gehalten – es ist nicht nötig, bei allen Liedern alle Stimmen einzusetzen.
Die Violinstimme kann auch von einer zweiten Flöte übernommen werden und umgekehrt.
Den E-Bass setzen wir bei den flotten Liedern ein: beim „Ehre", „Heilig", sowie beim Refrain von „Zu uns sagst Du Dein Ja" und „Sag es weiter Magdalena."
Für Schulgottesdienste kamen statt Violine und Flöte einmal E-Gitarren und Saxophon zum Einsatz – das klingt auch gut. Bei diesen Gottesdiensten haben wir auch die ruhigeren Lieder mit E-Bass unterlegt.
Einzelne Lieder werden an „normalen" Sonntagen in den Liedplan aufgenommen, ohne Chor, nur mit einem Begleitinstrument.
Bekommt seine Spannung durch einen bewussten Tempowechsel.
Kein klassisches Kyrie, sondern ein meditatives Schuldbekenntnis. Für Bußgottesdienste, Advent, Fastenzeit. Ein Soloinstrument oder Gitarrist, der die Melodie in den Pausen weiterführt, ist fast nötig.
Eine Solostimme ist Voraussetzung.
Nach der Lesung: In unserer Pfarre begleiten Kinder das Evangelienbuch mit Lichtern. Dieses Lied singt man, bis alle Kinder wieder vor dem Altar stehen.
Bewährt auch mit nur einer Gitarre. Das Heilig singen wir jetzt öfter 2½ Mal: einstimmig, dreistimmig, und „mit deiner Herrlichkeit" ausklingen lassen.
Singen wir in jeder Osternacht. Inzwischen singt die ganze Kirche mit.
Singen wir jetzt häufiger Strophe 1/2 und 3/4 zusammen. Wir kündigen es an und führen über einen C-Akkord zu Dm.
Sollten Stimmen für transponierende Instrumente nötig sein, können diese Stimmen gerne zugesendet werden.
Über Rückmeldungen und Anregungen freue ich mich herzlich.
Mag. Georg König · Diakon
georg.koenig@dioezese-linz.at · Tel.: +43 650 8776 572